„Faustregeln“ in Abhängigkeit von den technischen Verfahren

 
Die Sonographie ist ein jederzeit einsetzbares, gut zugängliches und strahlenfreies bildgebendes Verfahren und dient vorrangig der orientierenden Untersuchung von parenchymatösen Organen und Hohlorganen sowie von muskuloskelettalen Geweben.

Das konventionelle Röntgen (inkl. Durchleuchtung) ist die Basismethode, insbesondere zur Diagnostik des muskuloskelettalen Systems, des Thorax/der Lunge und von Hohlorganen wie Magen und Darm und dient neben der klassischen Diagnosestellung unverändert der Orientierung über möglicherweise notwendige weiterführende Diagnostik. Schichtaufnahmen sind heute weitgehend obsolet und werden nur in Einzelfällen in der Skelettdiagnostik eingesetzt.

Die Mammographie ist die bevorzugte Methode in der Brustkrebsdiagnostik – insbesondere, wenn sie durch eine Sonographie ergänzt wird. Mit der Mamma-MRT können dann weiterführend narbige von tumorösen Veränderungen der Brust unterschieden werden. Die Strahlenbelastung ist mit modernen Geräten äußerst gering und steht in keinem Verhältnis zum Risiko eines strahleninduzierten Mamma-Karzinoms.

Die Computertomographie (CT) ist besonders zur Diagnostik parenchymatöser Organe, des Gehirns, des Skeletts und der großen Gefäße (Aorta) geeignet. Mehrzeilen-Spiral-CTUntersuchungen eignen sich zur Früherkennung von Lungentumoren oder Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen. Bei der CT können geringe Bewegungen, z. B. von unruhigen Patienten, toleriert werden.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Methode der Wahl bei der Darstellung des Neurocraniums (außer: CT bei akuten intrakraniellen Blutungen), des Spinalkanals, des muskuloskelettalen Apparates und des Knochenmarks sowie bei der gezielten Organdarstellung (z. B. Fokalläsionen der Leber, Pankreas, Herz). Die MRT eignet sich gut zur Abklärung eines Tumorverdachts im Oro- und Nasopharynx (CT besser im Hypopharynx) und zur vertiefenden Diagnostik des muskuloskelettalen Systems. Gute Ergebnisse sind hier abhängig von der Kooperation der Patienten, die im MRT länger bewegungslos liegen müssen (15 bis 30 Minuten) als bei einer CT-Untersuchung.

Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) ist ein bildgebendes Verfahren, um physiologische Funktionen im Körper darzustellen. Dieses Verfahren eignet sich beispielsweise zur funktionellen Darstellung des Gehirns, für die dynamische Herz-MRT und zur Darstellung von Gelenkbewegungen.

MR-Kontrastmittel sind nicht jodhaltig und führen noch seltener als die klassischen Röntgenkontrastmittel auf Jodbasis zu allergischen Reaktionen. Spezialindikationen für die – allerdings noch seltenen – offenen MRT-Geräte sind: Klaustrophobie, extreme Adipositas, Therapienotwendigkeit am Gerät und Begleitung von Kindern.

Die Szintigraphie (NM) ist die einzige Methode, mit der die Funktion eines Organs dargestellt oder es auf seine Integrität hin überprüft werden kann. Mithilfe von speziellen Radionukliden kann der Stoffwechsel überprüft werden, z. B. bei der Schilddrüse heiße oder kalte Knoten, beim Knochen Frakturkonsolidierung regelrecht oder verzögert, Myokardischämie vorhanden oder ausgeschlossen, Nierenarterienstenose hämodynamisch wirksam und noch nicht fixiert und somit von einer Intervention profitierend oder nicht etc.

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das Schnittbilder erzeugt, indem es die Verteilung schwach markierter radioaktiver Substanzen sichtbar macht.

Eine PET-CT erlaubt die Zuordnung der physiologischen Bilder zu anatomischen Strukturen, die das CT als schnittbildgebendes Verfahren erzeugt. Dieses Verfahren wird hauptsächlich in der Onkologie und zunehmend bei Hirnleistungsstörungen eingesetzt. In der GKV ist die Kostenübernahme jedoch durch GBA-Bestimmungen stark eingeschränkt.