Wie ist der Anforderungsratgeber aufgebaut?

 

Allgemeiner Teil

Nach der Überschrift und einer kurzen Erläuterung des besprochenen klinischen Symptoms und gegebenenfalls einer Übersetzung der verwendeten medizinischen Fachbegriffe sind die radiologischen Untersuchungsmethoden mit den entsprechenden Empfehlungen aufgeführt, d. h., es wird eine Aussage darüber getroffen, ob diese bestimmte Untersuchung beim jeweiligen Beschwerdebild anzuraten ist oder nicht.

Es werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  1. Indiziert [A]
    Diese Empfehlung wird ausgesprochen, wenn das Verfahren mit hoher Wahrscheinlichkeit zur klinischen Diagnose und zur Therapieentscheidung beitragen kann. Das entsprechende Verfahren gilt als bildgebende Primäruntersuchung. Die indizierte Untersuchungsmethode kann sich von dem durch den Arzt angeforderten Verfahren unterscheiden, z. B. Sonographie statt Phlebographie bei einer tiefen Beinvenenthrombose.
  2. Indiziert [B]
    Diese Einstufung gilt für weiterführende Untersuchungen, oft auch komplexe oder teure Verfahren. Diese Untersuchungen werden im Normalfall für Ärzte angefertigt, die über die klinische Expertise verfügen, die nötig ist, um die klinischen Untersuchungsbefunde bewerten und in der Folge richtig agieren zu können. In Einzelfällen kann hierbei eine individuelle Absprache mit einem Radiologen oder Nuklearmediziner erforderlich sein.
  3. Initial nicht indiziert [C]
    Diese Einstufung gilt für Spezialverfahren.
  4. Nicht routinemäßig indiziert
    Durch diese Einstufung wird betont, dass – obwohl keine Empfehlung absoluten Charakter besitzt – die angeforderte Untersuchung nur dann durchgeführt wird, wenn der überweisende Arzt schlüssige Argumente für seine Entscheidung liefert.
  5. Nicht indiziert
    Bei Untersuchungen, die in diese Gruppe eingestuft werden, gilt die Entscheidungsgrundlage für die Durchführung als unhaltbar.

Die auf die Klassifikation folgenden Zeilen enthalten Empfehlungen oder erläuternde Kommentare.

Spezieller Teil

Im Kapitel zur Herzbildgebung nach Konsensusempfehlungen der DRG/DGK/DGPK werden abweichende Empfehlungseinstufungen verwendet; davon abgesehen entspricht der Aufbau dem Allgemeinen Teil.

Es werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  1. Indiziert [1]
    Zuverlässig einsetzbar und anderen Verfahren überlegen.
  2. Indiziert [2]
    Diagnostische Genauigkeit vergleichbar mit anderen Verfahren.
  3. Indiziert [3]
    Einsatz technisch möglich und validiert, Indikation nur in Einzelfällen gegeben.
  4. Indiziert [U]
    Unklare Indikation, keine oder nicht kongruente Studienergebnisse