Wie entstand der Anforderungsratgeber?

 
Der Anforderungsratgeber basiert auf den konsensualen, europäischen Leitlinien für die Anforderung von bildgebenden Verfahren. Diese wiederum beruhen auf der Broschüre „Making the best use of a Department of Clinical Radiology: Guidelines for Doctors“, die 1998 vom Royal College of Radiologists (Vereinigtes Königreich) veröffentlicht und 2007 aktualisiert wurde. Da diese Leitlinien nur eingeschränkt auf die Verhältnisse in Deutschland angewendet werden können, wurden sie in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten im Radiologienetz überarbeitet und mit besonderem Augenmerk auf die Verhältnisse in der niedergelassenen Ärzteschaft auf den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik gebracht. Dazu wurden die wissenschaftlichen S3-Leitlinien und die deutschen Nationalen Versorgungsleitlinien, die in den Literaturhinweisen in Kapitel G des Anforderungsratgebers aufgelistet sind, berücksichtigt.

Trotzdem sind Leitlinien nicht als Restriktion der klinischen Praxis zu verstehen, sondern als Konzept der guten Praxis, gegen das die Bedürfnisse des einzelnen Patienten aufgewogen werden können. Obwohl gute Gründe vorliegen sollten, entgegen den Leitlinien zu handeln, stellen sie keine absoluten Regeln dar. Keine Sammlung von Empfehlungen stößt auf universelle Zustimmung. Auftretende Probleme und Fragestellungen, die hier nicht angesprochen werden, sollten Sie mit Ihrem Radiologen oder Nuklearmediziner besprechen.

Der Anforderungsratgeber findet großen Anklang bei den Radiologen und den angeschlossenen Zuweisern. Bisher wurden bereits 20 000 Exemplare verteilt.

Die 4. Auflage des Anforderungsratgebers wurde von der Stiftung Gesundheit zertifiziert.
Die Gutachter bewerten das Werk als durchweg sehr gelungen. So würden die Wertung und die Wichtung der einzelnen diagnostischen Verfahren sachlich korrekt und unvoreingenommen für die einzelnen Methoden durchgeführt – ausgerichtet an momentanen fachlichen Standards. Positiv bewertet wurde auch der mehrfache Hinweis darauf, dass die Aussagekraft einer jeden Untersuchung auch von der Erfahrung des sie durchführenden bzw. befundenden Diagnostikers abhängt.

Wir wollen Sie und die Patienten bei der Sicherstellung einer zeitnahen und akkuraten Versorgung mit effizienter und gleichmäßig verfügbarer radiologischer Diagnostik bei gleichzeitiger Reduktion unnötiger Strahlenbelastung unterstützen. Unser Ziel ist es, dass Sie aus den vielfältigen Möglichkeiten der klinischen Radiologie den größten Nutzen ziehen!