Wie optimiere ich die Strahlendosis?

 

Die Anwendung radiologisch-nuklearmedizinischer Untersuchungsmethoden ist ein akzeptierter Bestandteil der radiologischen Praxis und ist aufgrund der deutlichen klinischen Vorteile für den Patienten, die die geringen Risiken der Bestrahlung weit überwiegen, gerechtfertigt. Jedoch sind selbst kleine Strahlendosen nicht ohne Risiko. Ein kleiner Teil der in der Bevölkerung auftretenden Genmutationen und malignen Erkrankungen kann direkt auf die natürliche Hintergrundstrahlung zurückgeführt werden. Die medizinisch-diagnostische Strahlenexposition, die den größten Anteil der zivilisationsbedingten Strahlenbelastung ausmacht, erhöht die Strahlenexposition der Bevölkerung aufgrund natürlicher Hintergrundstrahlung um etwa ein Sechstel.

Die Richtlinie 97/43/Euratom des Rates der Europäischen Union aus dem Jahr 1997 verpflichtet alle betroffenen Personen bzw. Institutionen dazu, unnötige Strahlenexpositionen der Patienten zu vermeiden. Die verantwortlichen Organisationen und Einzelpersonen, die ionisierende Strahlen anwenden, müssen diese Vorschriften befolgen. Eine wichtige Methode zur Reduktion der Strahlendosis ist die Vermeidung von unnötigen radiologischen Untersuchungen (insbesondere von Wiederholungsuntersuchungen).

Die effektive Dosis einer radiologischen Untersuchung ist die gewichtete Summe der Einzeldosen, die auf verschiedene Körpergewebe einwirken, wobei der Gewichtungsfaktor für jeden einzelnen Gewebetyp von dessen relativer Prädisposition gegenüber strahlenbedingten Karzinomen oder schwerwiegenden genetischen Effekten abhängig ist. Es ergibt sich somit eine einzelne geschätzte Dosis als Maß für die Gesamtgefährdung des Körpers durch die Strahlung. Diese geschätzte Dosis berücksichtigt die Verteilung der Strahlung im Körper.

Typische effektive Dosen bei einigen gebräuchlichen radiologischen Diagnoseverfahren variieren in ihrer Höhe um etwa den Faktor 1000. Die Spanne reicht so von einer Dosis, die der natürlichen Strahlenexposition von ein bis zwei Tagen entspricht (0,02 mSv bei einer Röntgenaufnahme des Thorax) bis hin zu einer Dosis, die einer natürlichen Strahlenbelastung von 4,5 Jahren entspricht (z. B. bei einer Computertomographie des Abdomens). Bei der natürlichen Hintergrundstrahlung gibt es jedoch erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und auch innerhalb der einzelnen Länder. Die Röntgenverordnung (RöV) vom 8. Januar 1987 (BGBI. I, S. 114) in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. April 2003 (BGBI. I, S. 604) sieht in § 16 Abs. 1 Satz 3 vor, dass bei der Untersuchung von Menschen diagnostische Referenzwerte zugrunde zu legen sind. Auf der Grundlage des § 16 Abs. 1 Satz 2 RöV wurden die aktualisierten diagnostischen und interventionellen Referenzwerte für Röntgenuntersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz am 22. Juni 2010 bekanntgegeben und bilden seither die aktualisierte Grundlage für radiologische Untersuchungen im Radiologienetz.

Die häufigsten radiologischen Untersuchungen sind Aufnahmen der Extremitäten und des Thorax mit niedrigen effektiven Dosen. Den größten Anteil an der kollektiven Strahlenbelastung der Bevölkerung durch medizinisch-radiologische Untersuchungen machen jedoch Hochdosis-Untersuchungen aus, z. B. CT-Aufnahmen des Körpers oder Röntgenkontrastaufnahmen mit Barium, auch wenn diese selten durchgeführt werden. Bei einigen CT-Untersuchungen, z. B. in der Herzdiagnostik, ist die Dosis besonders hoch. Hier gibt es technische Anstrengungen zur Dosisreduktion.

Schwangere Frauen sollten nur bei hinreichender Indikation und absoluter Risikoabwägung einer Strahlenexposition zugeführt werden. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Röntgen- und nuklearmedizinischen Untersuchungen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.