Einfache „Faustregeln“ zur Überweisung an einen Radiologen bzw. Nuklearmediziner

 

Die folgenden Faustregeln sollen Ihnen helfen, einen kurzen, schnellen und daher auch stark vereinfachten Überblick zu bekommen. Sollten Sie wissen wollen, welches Verfahren Sie bei einer bestimmten Fragestellung wählen sollten, verwenden Sie bitte die Leitlinien der Europäischen Union. Gegenanzeigen und Risiken bestimmter Untersuchungen sind dort in den Textteilen aufgeführt. Zu beachten ist, dass heute nicht mehr nur von einer Modalität (z.B. Ultraschall, MRT) gesprochen werden kann, da sich durch die technische Entwicklung in Hard- und Software große Unterschiede in und zwischen Modalitäten und damit größere diagnostische Überlappungen ergeben können. Informieren Sie sich daher allgemein unter www.radiologie.de oder individuell über Geräte und Untersuchungsmethoden „Ihres“ Radiologen/Nuklearmediziners.

 

„Faustregeln“ in Abhängigkeit von den technischen Verfahren

Die Sonographie gibt strahlenfrei Aufschluss über parenchymatöse Organe und Hohlorgane und spielt eine wesentliche Rolle bei Erkrankungen des Kindes. Sie ist ein wichtiges Screening-Verfahren (z.B. Abdomen) und dient der Orientierung vor weiterführender Diagnostik.

Das konventionelle Röntgen (inkl. Durchleuchtung) ist die Basismethode, insbesondere zur Diagnostik des muskuloskelettalen Systems, des Thorax / der Lunge und von Hohlorganen wie Magen und Darm und dient neben der klassischen Diagnosestellung unverändert der Orientierung über weiterführende Diagnostik. Schichtaufnahmen sind heute weitgehend obsolet und werden nur in Einzelfällen in der Skelettdiagnostik eingesetzt.

Die Mammographie ist die bevorzugte Methode in der Brustkrebsdiagnostik, insbesondere wenn sie mit der Sonographie ergänzt wird. Mit der Mamma-MRT können dann weiterführend narbige von tumorösen Veränderungen der Brust unterschieden werden. Die Strahlenbelastung ist mit modernen Geräten äußerst gering und steht in keinem Verhältnis zur Abklärung funktioneller Störungen.

Die Computertomographie (CT) ist besonders geeignet zur Diagnostik parenchymatöser Organe, des Gehirns, des Skeletts und der großen Gefäße (Aorta). Mehrzeilen-Spiral-CT-Untersuchungen eignen sich zur Früherkennung von Lungentumoren oder Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen. Bei der CT können geringe Bewegungen z.B. von unruhigen Patienten toleriert
werden.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Methode der Wahl bei der Darstellung des Gehirns (außer: CT bei intracraniellen Blutungen), des Rückenmarks, des Spinalkanals, der Weichteile und des Knorpels sowie des Knochenmarks (außer: CT bei kortikalen Knochen) der Bänder und parenchymatöser Organe. MRT kann aber nur eingeschränkt größere Bereiche (z.B. gesamtes Abdomen) abbilden, ist aber gut geeignet für die vertiefende Diagnostik von fokalen Läsionen, wie z.B. bei Leber- und Pankreastumoren. MRT eignet sich gut zur Abklärung von Tumorverdacht im Oro- und Nasopharynx (CT besser im Hypopharynx) und zur vertiefenden Diagnostik des muskulo-skelettalen Systems. Gute Ergebnisse sind hier abhängig von
der Kooperation der Patienten, die im MRT länger bewegungslos liegen müssen (3-4 min) als bei der CT. MR-Kontrastmittel sind nicht jodhaltig und führen noch seltener als die klassischen Röntgenkontrastmittel auf Jod-Basis zu allergischen Reaktionen. Spezialindikationen für die, allerdings noch seltenen, offenen MRT-Geräte sind: Klaustrophobie, extreme Adipositas, Therapienotwendigkeit am Gerät und Begleitung von Kindern.

Die Szintigraphie (NM) ist die einzige Methode, die die Funktion eines Organs darstellen und auf ihre Integrität überprüfen kann. Mit Hilfe von speziellen Radionukliden kann der Stoffwechsel überprüft werden, z.B. bei der Schilddrüse heiße oder kalte Knoten, beim Knochen Frakturkonsolidierung regelrecht oder verzögert, Myokardischämie vorhanden oder ausgeschlossen, Nierenarterienstenose hämodynamisch wirksam und noch nicht fixiert und somit von einer Intervention profitierend oder nicht etc.