Die in den USA verbreiteten CT-/MRT-Ganzkörper-Screenings werden zur Zeit heftig diskutiert. So stellt sich beispielsweise die Frage ob unklare oder Falsch-Positive-Befunde zu höheren Folgekosten und Belastung führen. Leider hinken evidenzbasierte, gesundheitsökonomisch fundierte Studien hinter dem medizinisch-technischen Fortschritt her. Mit den Verfahren zur radiologischen Früherkennung wird ein hohes Maß an Spezifizität und Sensibilität erreicht. Dadurch können Invasionen bzw. Operationen vermieden und Therapien optimiert und so Lebensqualität und -dauer verbessert werden. Die damit verbundenen Risiken, wie z.B. Strahlenbelastung bei CT, stehen häufig in einem sehr günstigen Verhältnis zu diesen Vorteilen. Reine
Vorsorge wird von den Kassen aber selten erstattet, die Kosten von 250 bis 600 Euro müssen privat abgerechnet bzw. bezahlt werden. Zur Vermeidung etwaiger Fehlwirkungen haben sich die Praxen des Qualitätsverbundes „Radiologienetz Rhein-Neckar-Pfalz“ zu gemeinsamen Präventions-Prinzipien entschieden: Evidenzbasierte Indikationsstellung, systematische Zweitmeinung, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit zuweisenden Ärzten und Krankenhäusern, effizientes Check-Up- Management mit Coaching/Scouting bei Befund und Einsatz modernster Technik.
Beispielhaft weisen wir Sie auf einige dieser modernen Methoden hin – bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!
Nicht-invasive Gefäßdarstellung (Angiographie) mit CT/MRT
Eine Darstellung der Gefäße am ganzen Körper ist mittels konventionellem Röntgen nicht möglich. Die Alternative DSA (Digitale Subtraktionsangiographie) ist invasiv, also unangenehm, erfordert längere Untersuchungszeiten und ist auch strahlenbelastend. Im Gegensatz dazu kann mit CT und MRT unter Gabe von Kontrastmitteln innerhalb von 10 Minuten eine vollständige Gefäßdarstellung vorgenommen werden, die weniger invasiv ist und die Strahlenbelastung im Falle von MRT ganz vermeidet. So können Verschlüsse, Erweiterungen, Aussackungen frühzeitig, sicher und bequem diagnostiziert werden.
Nicht-invasive Herzdarstellung (Kardio-CT/MRT)
Zur Diagnostik des Herzens wird noch immer häufig zum Herzkatheterlabor (Linksherzkathetermeßplatz mit DSA) gegriffen. In vielen diagnostischen Fällen ist das Multislice-CT oder das 1,5-Tesla-MRT gut geeignet, um Infarktprävention zu betreiben, Koronarangiographien bei Risikopatienten vorzunehmen, sowie zur Bypasskontrolle, zur Kontrolle nach Ballondilatationen, zur nichtmetallischen Stentlegung und zur Klärung von Abgangsanomalien der Herzkranzgefäße.
Lungenscreening mit Multislice-CT
Untersuchungen in Deutschland, Österreich und den USA haben nachgewiesen, dass die Untersuchung mit einem Niedrigdosis- CT zur frühzeitigen Detektion von Bronchialkarzinomen, besonders bei Rauchern, führt. Während das konventionelle Röntgen Tumoren erst ab einer Größe von 15 mm erkennen lässt, offenbart die CT-Untersuchung bereits Rundherde von wenigen Millimetern Größe. Kleinere Tumore sind besser operabel und therapierbar und seltener metastasiert. Auch zur Erkennung von Lungenfibrose, Lungenentzündung, Lungenembolie, Lymphangiosen und Langerhans-Zell-Histiozytose ist das CT geeignet, und kann in einigen Fällen die invasive, unangenehmere und länger dauernde Bronchoskopie vermeiden helfen.
Multislice-CT-Darmspiegelung
Als Alternative zur endoskopischen Darmspiegelung (invasiv, unangenehm, länger, Infektions- und Verletzungsgefahr, Beruhigungsmittel) kann die virtuelle Koloskopie mittels Multislice-CT ein nicht-invasives, schnell durchführbares, hoch-selektives und weniger unangenehmes Verfahren zur Früherkennung von Dickdarmkrebs bieten. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge wird dabei eine Sensitivität von bis zu 90% erreicht, Langzeit und Multicenterstudien werden derzeit erstellt.
Sonstige Früherkennung mit CT/MRT
CT/MRT bieten sich weiterhin an zur früherkennenden Darstellung des Dünndarms, der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege, der Harnleiter, der Prostata und der Mamma.
Mit all diesen Verfahren zur radiologischen Früherkennung wird ein hohes Maß an Spezifizität und Sensibilität erreicht. Dadurch können Operationen vermieden oder optimiert werden. Die Dauer einer Erkrankung kann damit reduziert werden, Krankenhausverweildauern und Fehltage reduzieren sich. Die Lebensqualität und die Lebensdauer Ihrer Patienten können damit verbessert werden. Die damit verbundenen Risiken (Strahlenbelastung, Untersuchungskosten) stehen in einem günstigen Verhältnis zu diesen Vorteilen. Sprechen Sie Ihren Kollegen im Radiologienetz an, er wird Sie gerne auch kritisch beraten – einzelfallbezogen und allgemein.
Tumorscreening mit der Positronenemissionstomographie (PET)
Viele Tumorentitäten haben primär einen hohen Zuckerstoffwechsel, benötigen also das gleiche Substrat, das bei der PET primär als Positronenemitter radioaktiv markiert wurde. Somit ist die PET ein sehr sensitives Verfahren, um viele Tumoren bereits in einem Stadium detektieren zu können, in denen morphologisch noch keine Veränderung im Gewebe eingetreten ist, also im CT/MRT noch keine Veränderung sichtbar ist (z.B. Lymphknoten noch nicht vergrößert aber schon metastasiert).
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