Wie optimiere ich die Strahlendosis?

 

Die Anwendung radiologisch-nuklearmedizinischer Untersuchungsmethoden ist ein akzeptierter Bestandteil der klinischen Praxis und erscheint gerechtfertigt aufgrund der deutlichen klinischen Vorteile für den Patienten, die die geringen Risiken der Bestrahlung weit überwiegen. Jedoch sind selbst kleine Strahlendosen nicht ohne Risiko. Ein kleiner Teil der in der Bevölkerung auftretenden Genmutationen und malignen Erkrankungen kann direkt auf die natürliche Hintergrundstrahlung zurückgeführt werden. Die medizinisch-diagnostische Strahlenexposition, die den größten Anteil der zivilisationsbedingten Strahlenbelastung ausmacht, erhöht die Strahlenexposition der Bevölkerung aufgrund natürlicher Hintergrundstrahlung um etwa ein Sechstel.

Die Richtlinie 97/43/Euratom des Rates der Europäischen Union aus dem Jahr 1997 verpflichtet alle betroffenen Personen bzw. Institutionen dazu, unnötige Strahlenexpositionen der Patienten zu vermeiden. Die verantwortlichen Organisationen und Einzelpersonen, die ionisierende Strahlen anwenden, müssen diese Vorschriften befolgen. Eine wichtige Methode zur Reduktion der Strahlendosis ist die Vermeidung unnötiger radiologischer Untersuchungen (insbesondere Wiederholungsuntersuchungen).

Die effektive Dosis einer radiologischen Untersuchung ist die gewichtete Summe der Einzeldosen, die auf verschiedene Körpergewebe einwirken, wobei der Gewichtungsfaktor für jeden einzelnen Gewebetyp von dessen relativer Prädisposition gegenüber strahlenbedingten Karzinomen oder schwerwiegenden genetischen Effekten abhängig ist. Es ergibt sich somit eine einzelne geschätzte Dosis als Maß für die Gesamtgefährdung des Körpers durch die Strahlung. Diese geschätzte Dosis berücksichtigt die Verteilung der Strahlung im Körper.

Typische effektive Dosen bei einigen gebräuchlichen radiologischen Diagnoseverfahren variieren in ihrer Höhe um etwa den Faktor 1000 und können vom Äquivalent von ein bis zwei Tagen natürlicher Strahlenexposition (0,02 mSv bei einer Röntgenaufnahme des Thorax) bis hin zum Äquivalent von 4,5 Jahren natürlicher Strahlenbelastung (z. B. bei einer Computertomographie des Abdomens) reichen. Bei der natürlichen Hintergrundstrahlung gibt es jedoch erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und auch innerhalb der einzelnen Länder. Die für die konventionelle Röntgenuntersuchung angegebenen Dosen basieren auf Ergebnissen, die das NRPB aus Dosimetrien bei Patienten in 380 britischen Krankenhäusern zwischen 1990 und 1995 zusammengestellt hat. Sie sind im Allgemeinen niedriger als die Dosen, die in früheren Ausgaben dieser Broschüre genannt wurden und die noch auf Daten der frühen 80er Jahre basierten, was auf einen willkommenen Trend zu einem besseren Schutz der Patienten hinweist. Die Dosen, die für CT- Untersuchungen und Szintigramme angegeben werden, basieren auf nationalen britischen Übersichtsstudien, die vom NRPB und von der Britischen Gesellschaft für Nuklearmedizin (British Nuclear Medicine Society, BNMS) durchgeführt wurden und wahrscheinlich seither nicht an Gültigkeit verloren haben.

Die häufigsten radiologischen Untersuchungen sind Aufnahmen der Extremitäten und des Thorax mit niedrigen effektiven Dosen. Den größten Anteil an der kollektiven Strahlenbelastung der Bevölkerung durch medizinisch-radiologische Untersuchungen machen jedoch relativ selten durchgeführte Hochdosis-Untersuchungen, wie CT-Aufnahmen des Körpers oder Röntgenkontrastaufnahmen mit Barium aus. Bei einigen CT-Untersuchungen ist die Dosis besonders hoch. Es liegen bisher keine Anzeichen für Dosisreduktionen vor, und die Häufigkeit der Anwendung der Computertomographie steigt weiter. Die CT-Untersuchungen sind mittlerweile vermutlich für bis zu 50 % der Bevölkerungsdosis aufgrund von Röntgenuntersuchungen verantwortlich. Daher ist es besonders wichtig, dass die Anforderung von CT- Aufnahmen besonders gut begründet wird und dass bei der Durchführung Techniken zur Anwendung kommen, die die Dosis bei gleichzeitiger Gewinnung der essenziellen diagnostischen Informationen auf ein Minimum reduzieren.

In dieser Sammlung von Überweisungsleitlinien wurden die Strahlendosen in breite Kategorien eingeteilt, um es dem überweisenden Arzt zu erleichtern, die Intensität der bei der jeweiligen radiologischen Untersuchung zu erwartenden Dosis einzuschätzen.

Die Bestrahlung eines Embryos und Fetus sollte möglichst vermieden werden. Frauen im gebärfähigen Alter, die zu einer Röntgen- oder nuklearmedizinischen Untersuchung erscheinen, müssen befragt werden, ob sie schwanger sind oder möglicherweise schwanger sein könnten.